Prüfungsangst

Therapie, Coaching oder Tutoring bei Prüfungs­angst?

Mithilfe von Psychotherapie, Coaching und Tutoring können Prüfungs­ängste in fast allen Fällen rasch und effektiv bearbeitet und der Umgang mit Prüfungs­stress, Leistungs­druck und Lernblockaden verbessert werden. Entscheidend ist, dass die passende Hilfe­stellung in Anspruch genommen wird und die tatsächlichen Ursachen der Problematik bearbeitet werden.

Dieser Artikel befasst sich vor allem mit den Ursachen und der Bearbeitung von Prüfungs­ängsten, Lern­stress und Lern­blockaden im späten Jugend- und jungen Erwachsenen­alter. Bei Schul- und Prüfungs­ängsten im Kindes­alter, bei Entwicklungs­störungen (ICD-10 F81) sowie bei Intelligenz­störungen (ICD-10 F70-F79) können die nach­folgenden Informationen nur einge­schränkt verwendet werden, da eine andere Dynamik und Problematik zugrundeliegt.

Bearbeitung der Ursachen von Prüfungs­angst

Psychotherapie bei Prüfungs­ängsten mit dem Hinter­grund einer seelischen Problematik

Ist bei der Prüfungsangst die Angst selbst bzw. die “Angst vor der Angst” das zentrale Problem, handelt es sich in der Regel um eine Angststörung. Diese Art einer Angst­problematik kann mit einer Psychotherapie oder klinisch-psycho­logischen Behandlung in den meisten Fällen rasch und unkompliziert bearbeitet werden kann.

Ein wesentliches Merkmal einer Angst­neurose ist, dass sich die Betroffenen der Irrealität ihrer Befürchtungen bzw. übersteigerten Reaktion bewusst sind. D.h. die Studierenden sehen weniger ein Problem in den Anforderung und Belastungen im Studium, sondern vorwiegend in ihren über­steigerten Befürchtungen.

Irreale und über­steigerte Ängste treten aber nicht nur bei Angst­neurosen auf, sondern sie können auch ein Symptom einer Depression, Sucht­problematik, Persön­lich­keits­störung oder post­trauma­tischen Belastungs­störung sein. Das Problem bei diesen Störungen ist, dass die irrealen oder übersteigerten Befürchtungen je nach Schwere­grad der Störung mehr oder weniger als reale Bedrohung empfunden werden.

Die meisten Therapeuten und Coaches erkennen gleich beim Erst­gespräch, ob ein seelisches oder akademisches Problem den Angst- und Stress­zu­ständen zugrunde liegt. Betroffene einer psychischen Problematik reden haupt­sächlich über ihre seelischen, psycho­somatischen, persönlichen und familiären Probleme und den starken psychischen Leidens­druck, der durch die Symptomatik und Problematik entstanden ist. Die Anforderungen, Belastungen und Widerstände im Studium können zwar auch ein Thema sein, erscheinen aber neben­sächlich oder die Ängste diesbezüglich sind nicht ganz nachvoll­ziehbar. Dement­sprechend wird ein erfahrener Lern- und Prüfungs­coach eine Psychotherapie empfehlen.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob für Ihre Problematik eine Psychotherapie oder ein Lern- und Prüfungs­coaching passt, scheuen Sie sich nicht, im Rahmen von Erstgesprächen mit unterschied­lichen Experten Ihr Anliegen zu besprechen.

Coaching bei Prüfungs­stress aufgrund der Anforderungen und Belastungen im Studium

Auch im Falle einer realen Prüfungs­angst wegen der hohen Anforderungen und vielen Belastungen und Hürden im Studium kann ein massiver emotionaler Leidens­druck auftreten und die Lebens­gestaltung in allen Lebens­bereichen beein­trächtigt sein.

Allerdings unter­scheiden sich Problem­wahr­nehmung und Problem­bewältigung wesentlich zwischen begründeter Angst­reaktion und psychischer Angst­problematik. Während bei der Angststörung die unbegründbaren Angst­zustände und bei einer Depression die Bedrückung und Antriebs­losig­keit dominieren, sind bei begründeten Prüfungs­ängsten vor allem Stress, Überforderung, Frust und Ärger spürbar. Deshalb wird hier eher von Prüfungs­stress und weniger von Prüfungs­angst gesprochen.

D.h. im Gegen­satz zur einer Angststörung oder Depression überwiegen Aggression und Antrieb, wodurch meist ein ausreichender Ansporn vorhanden ist, sich der Herausforderung zu stellen, auch wenn sie noch so schwierig und stressig ist. Aggression und Antrieb können jedoch auch dazu führen, dass darüber nachge­dacht wird, alles hinzu­schmeißen und etwas ganz anderes zu machen.

Die gezielte Weiter­ent­wicklung der relevanten akademischen und personalen Schlüssel­kompetenzen im Rahmen eines Lern- und Prüfungs­coachings kann hier rasch und effektiv weiter­helfen, um mit Prüfungs­stress, Leistungs­druck und Selbst­zweifeln besser umzugehen und die schwierigen Problem­stellungen kompetent und sicher zu meistern.

Tutoring bei Prüfungs­angst aufgrund fach­licher Überforderung

Oft ist es ausreichend, mit einem begabten, fachkundigen Tutor den relevanten Prüfungs­stoff gemeinsam durch­zugehen und zu festigen. Ohne den Hinter­grund einer seelischen Problematik führt meist schon die Sicher­heit mit dem Lernstoff und die verbesserte fachliche Problem­lösungs­fähig­keit zu mehr Stabilität und Selbstsicherheit.

Hilfestellungen bei Prüfungs­angst mit dem Hintergrund persön­licher Probleme und Krisen

Bei persönlichen Problemen und Krisen liegt die Ursache für Lernstress, Prüfungs­stress und Prüfungs­ängste meist darin, dass Beziehungs­probleme, Lebens­veränderungen, Verluste, unerfüllte persönliche Bedürfnisse sowie Wider­sprüche in den eigenen Lebens­zielen den Studien­alltag und Lern­erfolg zu sehr beein­trächtigen.

Insbesondere die großen Heraus­forderungen und Entwicklungs­aufgaben im Jugend- und jungen Erwachsen­enalter können massive Probleme bereiten. Prüfungs­ängste treten hier besonders häufig auf, weil in dieser Lebens­phase die Schul- und Berufs­ausbildung einen maßgeblichen Stellenwert hat.

Eine Prüfungsangst ist in diesem Fall weniger mit einer psychischen Störung verbunden, sondern ein gesunder Ausdruck dafür, dass den Betroffenen einfach alles zu viel wird. Die Klienten berichten im Allgemeinen auch davon, dass ihnen alles über den Kopf wächst. Durch diese generelle Überforderung und Überlastung entsteht eine reale Bedrohung des Scheiterns bei den Aufgaben­stellungen und Heraus­forderungen im Studium.

Die adäquate Hilfestellung orientiert sich an der gewünschten Problem­lösungs­strategie der Betroffenen und an der Schwere der Krise.

Im Allgemeinen wird zuerst versucht, die Probleme mithilfe von Freunden, Familien­angehörigen und Studien­kollegen zu lösen. Wenn die Bezugs­personen damit überfordert sind oder es an den entsprechend hilfreichen zwischen­mensch­lichen Beziehungen im nahen persönlichen Umfeld fehlt, wird eine professionelle Hilfe in Betracht gezogen.

Eine Psychotherapie ist dann empfehlens­wert, wenn der Wunsch besteht, die seelischen Hinter­gründe der persön­lichen Probleme zu bearbeiten. Die direkte Problem­bearbeitung kann auch in einer psycho­logischen Beratung erfolgen, sofern den persönlichen Problemen keine krank­heits­wertige Störung zugrunde liegt. Führen Fehlschläge, Verluste und Veränderungen im Leben zu einer sogenannten Anpassungs­störung, ist jeden­falls eine Psychotherapie angezeigt.

Brauchen die Betroffenen eine Unter­stützung, um wieder voll in den Lernprozess beim Studieren hineinzu­kommen oder den versäumten Lernstoff nachzu­holen, kann ein Lern- und Prüfungs­coaching bzw. ein Tutoring weiterhelfen.

In manchen Fällen kann die Kombination aus psychologischer Hilfe und fach­licher Betreuung hilfreich sein, z.B. wenn eine scheinbar unüber­windbare Prüfungs­hürde oder Abschluss­arbeit zu einer Lebens­krise oder zu Beziehungs­problemen führt.

Unterschied zwischen begründeter Angst­reaktion und psychischer Angst­problematik

Die Angst- und Stress­reaktion ist an sich eine wichtige Funktion, welche vor Gefahren und Schäden bewahrt. Die gesunde Angst führt zu einer besonderen Vorsicht und Achtsam­keit sowie zu einem nützlichen Stress- bzw. Spannungs­zustand, der die körperliche und geistige Leistungs­fähigkeit und Wachheit steigert. In der Folge können Heraus­forderungen effektiver und sicherer bewältigt werden.

Auch bei einer Überforderung oder Überlastung treten sinnvollerweise Ängste auf, um durch schwierige Heraus­forderungen und enorme Belastungen nicht zu Schaden zu kommen. Ob bei der Bearbeitung der Angst-Stress-Problematik eine Psychotherapie oder eine andere Strategie zum Einsatz kommt, entscheidet sich aus der Art der Über­forderung, die sowohl fachlicher als auch seelischer Natur sein kann.

Fachliche Überforderung

Wenn z.B. ein Bergsteiger mit einer zu steilen Wand überfordert ist, weil Können und Erfahrung für diese Heraus­forderung nicht ausreichen, wird für die Bearbeitung der begründeten und realen Angst vor einem Absturz wohl kaum eine Psychotherapie helfen. Hier liegt eindeutig eine fachliche Überforderung vor.

Der Betroffene leidet auch nicht unter seinen Ängsten, sondern ist gestresst durch die Über­forderung und verärgert oder frustriet wegen seines Unver­mögens und Versagens. Anderer­seits sind diese Gefühle auch ein Antrieb, sich die fehlenden Fähigkeiten anzueignen.

Für die Erarbeitung der erforderlichen Kenntnisse, Fertigkeiten und Routinen zur sicheren Bewältigung der Heraus­forderung braucht es einen guten Kletter­lehrer oder die Begleitung entsprechend erfahrener Kameraden.

Emotionale Überforderung aufgrund einer seelischen Problematik

Ist ein Eiffelturm-Besucher aufgrund irrealer Höhenangst emotional überfordert, zu den Aussichts­platt­formen auf der sicheren Treppe hinaufzu­gehen oder mit dem Aufzug hochzufahren, liegt eine Angststörung vor.

Hier leiden die Betroffenen weniger unter ihren fehlenden Kompetenzen, sondern vielmehr unter ihren irrealen Ängsten. In diesem Fall ist eine Psychotherapie oder klinisch-psycholo­gische Behandlung die geeignete Methode zur Bearbeitung der Angst­problematik.

Überforderung im Studium

Die Beispiele mit dem Bergsteiger und den Eiffelturm-Besucher gelten ebenso für die Heraus­forderungen an der Schule oder Universität. Liegt dem Prüfungsstress eine akademische Überforderung zugrunde, ist für die sichere Bewältigung der Aufgaben die Aneignung entsprechender Kenntnisse, Fertigkeiten und Strategien erforderlich.

Wenn die Prüfungsangst hingegen das Symptom einer seelischen Problematik ist, dann geht es wie beim Eiffelturm-Besucher im Grunde gar nicht um die aktuelle Heraus­forderung selbst. Diese irreale Angst ist aber genauso sinnvoll wie die reale Absturz­angst des Berg­steigers, denn sie ist eine Art von Warnleuchte, die darauf hinweist, dass im Leben bzw. in der Tiefe der Seele etwas nicht ganz stimmt.

Hinter­gründe und Therapie psychisch-bedingter Prüfungsängste

Angststörung

In vielen Fällen von Prüfungsangst kann von einer Angststörung ausgegangen werden. Hier wäre ein Coaching oder eine Lebens­beratung fehl am Platz, sondern es braucht eine Psychotherapie oder klinisch-psychologische Behandlung.

Psychodynamisch betrachtet liegt einer Angstneurose ein unlös­barer Autonomie­konflikt zugrunde. In einer modernen Gesell­schaft sind alle Menschen mehr oder weniger diesem inneren Konflikt ausgesetzt. Die meisten Menschen gelangen jedoch selbst und mithilfe von Freunden und Kollegen zu einem einigermaßen zufrieden­stellenden Kompromiss zwischen dem Bedürfnis nach Selbst­bestimmung und dem Wunsch nach Sicherheit und sozialer Anerkennung.

Wenn jedoch in der Kindheit die Autonomie­entwicklung beeinträchtigt wurde, kann es zu einer seelischen Überforderung bei der Lösung dieses inneren Konflikts kommen. Zwar versuchen die Betroffenen einen gelungenen Kompromiss zwischen dem Bedürfnis nach der selbst­bestimmten Erfüllung der eigenen Trieb­wünsche einerseits und den familiären und gesellschaft­lichen Wert­haltungen andererseits zu finden, aber aufgrund der Defizite in der Autonomie- und Identitäts­entwicklung scheitern sie daran.

Die Folge ist eine psychische Problematik wie z.B. Angst­störungen, Essstörungen, Zwangs­störungen oder somato­forme Störungen. Eine Psychotherapie fördert die Autonomie- und Identitäts­entwicklung und hilft dabei, die inneren Konflikte zu lösen.

Zu einer Angststörung und anderen psychischen Problemen können auch lang­jährig falsch eingelernte Verhaltens- und Denkweisen sowie innere Blockaden und Wider­sprüche führen, die in der Kindheit entstanden sind. Besonders problematisch ist dabei die Macht­aus­übung der Bezugs­personen mittels Belohnung und Bestrafung, welche die Entwicklung von Selbstbestimmung, Selbstsicherheit und Selbstwert beeinträchtigen kann. Mit therapeutischer Begleitung können die störungs­bedingten Verhaltens- und Denkmuster verlernt, die inneren Blockaden gelöst und das Selbst­wert­gefühl gestärkt werden.

Pathologische Ängste

Weil sich bei einer neurotischen Angststörung die Betroffenen der Irrealität ihrer Angst bzw. der übersteigerten Reaktion bewusst sind, kann diese Form der Angst nicht als pathologisch eingestuft werden. Neurotische Störungen können eher als gesunder Ausdruck der Wider­sprüche in unserer individua­listischen Gesellschaft gesehen werden, in der sich die Menschen einer­seits frei entfalten wollen und anderer­seits für Staat, Gesellschaft und Familie gut funktionieren sollen.

Hingegen kann bei depressiven, paranoiden und psychotischen Ängsten von einer Pathologie gesprochen werden. Dabei werden unbegründete Ängste als real wahrge­nommen. Z.B. sind die Betroffenen unbegründet extrem besorgt oder sie glauben, dass sie verfolgt werden und ihnen jemand etwas böses will. In diesen Fällen braucht es eine längere Psychotherapie und meist auch eine psychiatrische Behandlung.

Außerdem werden bei manchen Persönlich­keits­störungen äußere Widerstände und Misserfolge als tiefe persönliche Kränkung, Entwertung oder Erniedrigung wahrgenommen. Diese Selbst­wert­problematik kann vor herausfordernden Prüfungen zu schweren Prüfungs­ängsten führen, denn ein Misserfolg würde das Selbst­wert­gefühl weiter drücken, was sogar in einer Depression münden kann.

Die Betroffenen spüren diese Gefahr und reagieren mit der Prüfungsangst auf die Bedrohung. Zwar kann sich die Psyche auch in diesem Fall schützen, indem beim eigenen Versagen allen anderen die Schuld gegeben wird, aber es besteht die Gefahr, dass dieses Konstrukt bei wiederholten Misserfolgen zusammenbricht. Hier ist jedenfalls eine längere Psycho­therapie angezeigt.

Selbstunsicherheit

Zwischen den neurotischen und den pathologischen Ängsten liegt die Selbst­unsicher­heit der ängstlich-vermeidenden Persönlichkeit. Diese Problematik ist gekenn­zeichnet durch eine leicht depressive Grund­haltung, übermäßige Selbst­kritik und eine relativ große Angst vor zwischen­menschlichen Enttäuschungen.

Eine Prüfungsangst tritt hier meist als ein selbstkritischer Zweifel auf, nicht perfekt genug auf die Prüfung vorbereitet zu sein. In der Psychotherapie ängstlich-vermeidender bzw. selbstunsicherer Persönlich­keits­anteile geht es vor allem um die Bearbeitung der zugrunde­liegenden Bindungs­ängste und Selbstwert­defizite.

Formen von Prüfungs­ängsten

Die meisten Menschen werden sich in einer oder mehreren der hier beschriebenen Formen von Prüfungsangst wiederfinden.

Aufregende Prüfungsangst

Bei der Angst- und Stressregulation sind zahlreiche Neuro­transmitter beteiligt wie Dopamin, Noradrenalin, Serotonin und körpereigene Opiate. Dieser Cocktail an Neuro­transmitter steigert die körperliche und geistige Leistungs­fähigkeit und Wachheit, was sich kurz vorher und am Beginn des fordernden Ereignisses in Form von Aufgeregt­heit ausdrückt.

Nach Beginn der Heraus­forderung legt sich die anfänglich hohe Anspannung und Nervosität auf ein nützliches und förderliches Maß, sodass die Problem­stellung konzentriert und leistungs­stark bewältigt werden kann.

Denk­blockaden und “Brain Fog”

Ein extremer Spannungs-­ und Unruhe­zustand tritt unmittelbar oder bereits Stunden vor dem Ereignis auf. Während sich bei einer unproble­matischen Prüfungsangst die Anspannung und Nervosität einige Minuten nach Beginn der Heraus­forderung auf einen erträglichen oder sogar förderlichen Zustand reduziert, bleibt hier der starke Erregungs­zustand aufrecht und führt zu Denk­blockaden bzw. zur Unfähig­keit, einen klaren Gedanken zu fassen (Brain Fog). Die fehlende Angst- und Stress­bewältigung ist für die Betroffenen besonders frustrierend, wenn sie eigentlich viel gewusst bzw. gekonnt hätten.

Vermeidungs­verhalten

In manchen Fällen wird bereits Wochen vor dem Ereignis ein beklemmendes Gefühl wahrgenommen, welches häufig zu Vermeidungs­verhalten führt, z.B. Prüfung oder Referat verschieben. Können die Ängste und Zweifel nach vielem Hin und Her schlussendlich überwunden werden, ist die Angst während der Prüfung meist kein Problem mehr.

Vermeintlich unüberwindbare Heraus­forderungen und Hindernisse

Besonders dramatisch sind Prüfungs- und Versagens­ängste hinsichtlich wichtiger Abschluss­prüfungen und Abschluss­arbeiten, die als unüberwindbares Hindernis empfunden werden. Bei vielen Betroffenen kommt es in dieser schwierigen Phase zu einem proble­matischen Wider­spruch. Einer­seits wollen sie die Heraus­forderung bewältigen und die Ausbildung positiv abschließen und andererseits drängt sich der Wunsch auf, das Studium abzubrechen und etwas ganz anderes zu machen.

Die Folge dieses Widerspruchs ist ein starker innerer Spannungs­zustand, der zusammen mit der Versagens­angst zu einem massiven Beklemmungs­gefühl führen kann. Mit der adäquaten Hilfe­stellung ist es praktisch in allen Fällen möglich, diese vermeintlich unüber­wind­baren akademischen Heraus­forderungen und Wider­stände kompetent, motiviert, zuver­sichtlich und zügig zu schaffen.

Übersicht über Ursachen und Bearbeitung von Prüfungsangst

Nachfolgende Tabelle bietet einen zusammen­fassenden Überblick über die möglichen Ursachen von Prüfungs­ängsten und die entsprechende Bearbeitung mit Psychotherapie, Beratung, Coaching und Nachhilfe.

Ursache Bearbeitung
Psychische Störungen; störungs­bedingte Verhaltens- und Denk­muster; Persönlich­keits­störungen. Psychotherapie oder klinisch-psycho­lo­gische Behandlung, eventuell in Kombi­nation mit psychiatrischer Behandlung.
Persönliche bzw. familiäre Probleme und Belastungen; Probleme mit Lebens­zielen und Entschei­dungen; Gefühl von Unfrei­heit und funktio­nieren müssen. Wenn die Probleme allein und mithilfe von Freunden nicht mehr bewältigt werden können, hilft eine Psychotherapie oder psychologische Beratung.
Zweifel an der Wahl der Studien­richtung oder fehlende Eignung dafür; Probleme mit dem System oder bestimmten Personen in der Bildungs­einrichtung. Studierenden­beratung; Gespräch mit qualifizierter Vertrauens­person, die mit der Thematik gut vertraut ist (z.B. Lehrer); Prüfungs­coaching; Gespräche mit guten Freunden und Studien­kollegen.
Ungeeignete Lern- und Prüfungs­strategien; hinderliche Denk­muster bezüglich Lernen, Prüfungen und Ab­schluss­arbeiten; Über­forderung mit der Studien- und Selbst­organisation. Lern- und Prüfungs­coaching bei einem Lehrenden mit entsprechender Zusatz­ausbildung und akademischer Erfahrung.
Unsicherheit mit dem Lernstoff, weil er nicht verstanden wird oder nicht gefestigt sitzt; fehlendes Grund­lagen­wissen; fehlende Kenntnisse erforder­licher Methoden, Software­anwen­dungen und Lösungs­ansätze. Tutoring bei einem fach­kun­digen Lehrenden, der Grund­lagen, Lern­stoff und methodische Vorgehens­weisen verständ­lich vermittelt und idealer­weise die Begeisterung für das Fach­gebiet auf den Studierenden überträgt.

Bei Schul- und Prüfungs­ängsten im Kindes- und frühen Jugendalter, bei Entwicklungs­störungen (ICD-10 F81) sowie bei Intelligenz­störungen (ICD-10 F70-F79) kann diese Auflistung nicht angewendet werden, da eine andere Dynamik und Problematik zugrundeliegt. Die Störung wird von den entsprechend qualifizierten Experten diagnostiziert und je nach Ursache mittels klinisch-psychologischer, neurologischer, psychiatrischer und psychothera­peutischer Behandlung sowie mit sonder­pädagogischer Förderung bearbeitet.

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